Vitamin D

Zusammenfassung:

Die Bestimmung von Vitamin D ist nicht grundsätzlich eine Kassenleistung ! Die Kosten erfahren Sie auch in unserer Praxis ! Sollte bei selbstbezahlter Bestimmung von Vitamin D ein Mangel an Vitamin D unter 20 ng/ml festgestellt werden kann EINMALIG ein Präparat mit 200.000 I.E. Vitamin D 3 (z.B. Dekristol) auf einem Kassenrezept verordnet werden. Damit sind die Kosten für die Bestimmung von Vitamin D wieder gedeckt. Jeder einzelne Fall sollte daher mit Ihrem Arzt der Wahl besprochen werden !

 

 

 

 

 

 

 

Fragen Sie mich - auch dafür bin ich für Sie da !

 

Eingehende Information für Interessierte:

Die Gabe von Vitamin D wird in der Laienpresse derzeit viel beworben. Ein Vitamin D-Mangel soll für Müdigkeit, Abgeschlagenheit und sogar gedrückte Stimmung verantwortlich sein, aber auch zu Immunschwäche und Krebs führen. Die Verordnung von Vitamin D zu Lasten der GKV ist eingeschränkt. Die regelhafte, routinemäßige Messung des Blutspiegels von Vitamin D im Sinne eines Screenings ist keine Kassenleistung.

Ein niedriger Spiegel korreliert mit erhöhter Mortalität.
In einer aktuellen Metaanalyse aus dem British Medical Journal wurde der Zusammenhang des Vitamin D-Spiegels und der Mortalität untersucht. Aus 73 Kohortenstudien konnten die Ergebnisse von knapp 850.000 Teilnehmern zusammengetragen werden. Der durchschnittliche 25-OH-Vitamin D (Calcidiol)- Spiegel betrug 20,7 ng/ml. Im Vergleich der Probanden mit Blutspiegeln im unteren Drittel mit dem oberen Drittel zeigte sich ein erhöhtes relatives Risiko für die Mortalität (RR = 1,44), kardiovaskuläre Todesfälle (RR = 1,43), Tod durch Krebs (RR = 1,25) und durch andere Ursachen (RR = 1,34) bei niedrigen Vitamin D-Spiegeln.

Sollte daher das Vitamin D supplementiert werden?
In derselben Metaanalyse wurden auch die Ergebnisse von Interventionsstudien zusammengefasst. Das Mortalitätsrisiko wurde unter Vitamin D3-Supplementierung um 11 % gesenkt, jedoch waren die zusammengefassten Ergebnisse über 14 Studien nur knapp signifikant (RR = 0,89, CI: 0,80 – 0,99). Für die Supplementierung mit Vitamin D2 (Ergocalciferol) zeigte sich über 8 Studien hingegen eine tendenzielle Zunahme der Mortalität (RR = 1,04, CI: 0,97 – 1,11).
Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass viele Fragen zur Vitamin D-Supplementierung, beispielsweise zur richtigen Dosierung oder Möglichkeiten der Überdosierung, unbeantwortet sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Empfehlungen und Referenzwerte zuletzt 2012 überarbeitet.
Nur für Ältere (>65 Jahre) gibt es eine überzeugende Evidenz für eine Risikosenkung durch eine Vitamin D-Supplementierung bzw. Vitamin D-Versorgung in Bezug auf Stürze, Frakturen, Funktionseinbußen des Bewegungsapparates und vorzeitigen Tod, so die DGE.

Welche Leistungen zahlt die GKV?
Die Bestimmung des Vitamin D-Spiegels (25-OH-Vitamin D) zu Lasten der GKV ist bei medizinischer Notwendigkeit möglich. Die „medizinische Notwendigkeit“ wird im EBM jedoch nicht weiter definiert. Klinisch manifest ist ein Vitamin D-Mangel beispielsweise bei Rachitis oder Osteomalazie.
Wenn die Grundleistung GKV-Leistung ist, kann die Verlaufskontrolle ebenfalls zu Lasten der Krankenkassen abgerechnet werden.
Nicht verschreibungspflichtige Vitamin D-Präparate bis zu einer Tagesdosis von 1.000 I.E. Vitamin D3, in Kombination mit Calcium oder als Monopräparat, können nach den Bestimmungen der Arzneimittel- Richtlinie nur auf einem Kassenrezept verordnet werden für:

■ Patienten mit manifester Osteoporose (mit Frakturen ohne adäquates Trauma)
■ Patienten die über ein halbes Jahr 7,5 mg Prednisolonäquivalent einnehmen müssen
■ Patienten, die eine Bisphosphonattherapie erhalten, gemäß Angabe in der jeweiligen Fachinformation bei zwingender Notwendigkeit.

Sollte die Umwandlung des Vitamin D3 (Colecalciferol) durch eine Erkrankung beispielsweise der Niere verhindert sein, so können die anderen Vitamin D-Derivate substituiert werden. Die relevanten Arzneimittel (Wirkstoffe: Calcidiol/Synthese in der Leber, Calcitriol/Synthese in der Niere und 1-OH-Vitamin D= Alfacalcidol) sind verschreibungspflichtig und sind zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig.
Für Säuglinge wird eine Verordnung von Vitamin D (10 μg=400 I.E.), ggf. in Kombination mit Fluorid zur Rachitisprophylaxe im ersten Lebensjahr („bis zum zweiten Sommer“) empfohlen. Die Präparate können zu Lasten der GKV verordnet werden.
Verschreibungspflichtige hoch dosierte Vitamin D-Präparate (> 1.000 I.E.) können zu Lasten der GKV zur Behandlung verordnet werden. Sie sind jedoch nur zugelassen beispielsweise zur einmaligen Anwendung bei Vitamin D-Mangelzuständen (z. B. Dekristol 20.000). Nach Auskunft des Herstellers manifestiert sich der Vitamin D-Mangel durch Störungen im Calciumphosphat- und Knochenstoffwechsel. Die Diagnose sollte daher nicht allein auf dem Vitamin D-Spiegel beruhen, sondern beispielsweise durch die Bestimmung des Parathormons und/oder der alkalischen Phosphatase gestützt werden. Zur Einleitung der Behandlung von klinisch manifesten Vitamin D-Mangelzuständen können nach ärztlicher Anweisung zum Beispiel 5mg oder 200.000 I.E. Vitamin D3 gegeben werden. Eine eventuell notwendige weitere Behandlung mit dem Arzneimittel muss individuell vom Arzt festgelegt werden.
Zur Dauerbehandlung der Rachitis und Osteomalazie und von Hypoparathyreoidismus bei Erwachsenensind auch Vigantol Öl Tropfen verschreibungspflichtig zugelassen.
Zur Prophylaxe eines Vitamin D-Mangels besteht keine Leistungspflicht, auch nicht für verschreibungspflichtige Präparate. Ferner sollen nach der Arzneimittel-Richtlinie nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel zu Lasten des Versicherten verordnet werden, wenn sie zur Behandlung einer Erkrankung medizinisch notwendig, zweckmäßig und ausreichend sind. Dies bedeutet, wenn ein (vermeintlicher) Vitamin D-Mangel mit frei verkäuflichen anstelle verschreibungspflichtiger Präparate zu behandeln ist, müssen die Patienten die Präparate selbst kaufen. Ausnahmen gemäß Richtlinie, siehe oben.

Literaturhinweise
Metaanalyse: Chowdhury R et al., Vitamin D and risk of cause specific death: systematic review and meta-analysis of observational cohort and randomised intervention studies BMJ. 2014 Apr 1;348:g1903. doi: 10.1136/bmj.g1903.
FAQs auf der Seite der DGE: http://www.dge.de/wissenschaft/stellungnahmen/faq/vitamin-d/
RKI: http://www.rki.de/Shar…/…/Vitamin_D/Vitamin_D_FAQ-Liste.html